
Cube
Entstehungsgeschichte Cube Kletterzentrum

Der DAV Wetzlar feiert im November 2008 sein 60-jähriges Bestehen und blickt dabei auf eine lange Tradition unterschiedlicher Aktivitäten im Bereich Bergsport zurück. Schwerpunkt lag dabei bislang räumlich gesehen in den Alpen, wobei sowohl Bergwandern, als auch Bergsteigen und Klettern Themen waren. Das Klettern wurde im Verein erstmals 1955 mit Kletterübungen an den Eschbacher Klippen im Taunus praktiziert. Unter dem Vorstand Paul Henrici wurde dieser Sport forciert. Am 23.12.1963 erfolgte die Gründung einer Klettergruppe unter Leitung von Erwin Luft. Seit 1982 standen regelmäßig Klettertouren im Jahresprogramm des Vereins. Mit dem Bau der ersten Kletterhallen in Deutschland beschäftigte sich bald auch der DAV Wetzlar mit dem Thema des heimatnahen Kletterns an künstlichen Wänden. So konnte im März 1996 auf Initiative des damaligen Vorsitzenden Wilfried Leckel im Fitnessstudio Sonnenschein, Dillenburg, eine Kletterwand mitfinanziert werden, die auch heute noch an bestimmten Tagen von den Vereinsmitgliedern genutzt werden kann. Hier ist eine ganz aktive Gruppe entstanden, die regelmäßig vor Ort trainiert, aber auch gerne zum Outdoor-Klettern ins Gebirge fährt.
Leider hat sich im Laufe der Jahre die Altersstruktur im Verein ungleichmäßig entwickelt. Der Nachwuchs blieb trotz interessanter Angebote fern. Es entstand eine Lücke im Kinder- und Jugendbereich. 2005 begannen hier neue Bewegungen innerhalb des Vereins. Das Thema Klettern wurde weiter belebt und angeboten. Als räumliche Möglichkeiten standen dem Verein außer den Wänden in Dillenburg, der Klettergarten Hirschel in Hahnstätten und gegen Entgelt die Kletterwand der Sportjugend Wetzlar zur Verfügung. Dort angebotene Veranstaltungen im Bereich Jugend- und Familiengruppe wurden so gut angenommen, dass der Verein in der Jahreshauptversammlung 2006 über eine Ausweitung der Indoor-Klettermöglichkeiten im Raum Wetzlar positiv abstimmte.
Die Suche nach geeigneten Gebäuden, die sich kostengünstig in eine Kletterhalle umwandeln ließen, blieb jedoch erfolglos. So präsentierte die zwischenzeitlich gegründete Kletterhallen AG unter Leitung des DAV-Vorsitzenden Karlheinz Nickel in der Jahreshauptversammlung 2007 ein neues Konzept: Neubau einer eigenen Halle. Aufgrund der bis dato konkurrenzlosen Lage von Wetzlar im Hinblick auf Kletterhallen, der Erwartung an Zuwächsen von insbesondere jungen Vereinsmitgliedern, den in Aussicht gestellten hohen Zuschüssen von Stadt, Land und Hauptverband, sowie einem in Erbbaupacht zu nutzenden Geländes in optimaler Lage, kam die Versammlung mehrheitlich zum Ergebnis, den ehrgeizigen Plänen zuzustimmen.
Die Planungsphase begann. Im Laufe des Jahres 2007 nahm das Projekt langsam konkrete Formen an. Nach langen Diskussionen, verschiedenen Angeboten, Besichtigungen anderer Hallen und Diskussionen mit dem Hauptverband wurde in Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Füner aus Wetzlar eine Holzhalle entwickelt, die allen Anforderungen der Kletterhallen AG gerecht wird. Im Inneren kann zukünftig bei einer maximalen Raumhöhe von über 13 m geklettert werden. Parallel gibt es separate Kletterbereiche für Einsteiger, den sogenannten Schulungsbereich, aber auch einen eigenständigen Boulderraum, in dem ohne Seil, in Absprunghöhe, geklettert werden kann. Selbstverständlich stehen auch Umkleiden, Duschen und WC´s zur Verfügung. Als besonderer Service werden Materialverleih, Kursprogramm, Kletter-Events und kleine Erfrischungen angeboten. Der Außenbereich der Kletterhalle ist so gestaltet, dass problemlos nachträglich Außen-Kletterwände nachgerüstet werden können – ein Etappenziel für die nächsten Jahre.

Zur Hauptversammlung 2008 waren fast alle der erhofften Zuschüsse schriftlich zugesagt, der Bau in greifbare Nähe gerückt. Auf die letzte Zusage folgte dann am 27. Juni 2008 der erste Spatenstich mit den Verantwortlichen der Stadt Wetzlar, des Landes Hessen und des TV Wetzlar, als Eigentümer des Grundstücks. Der Bau verlief ohne größere Probleme, täglich waren für die Interessierten neue Fortschritte erkennbar. Das Zeitziel, Anfang Januar eröffnen zu können, wird realisiert werden.

Spatenstich: von links Karlheinz Nickel (1. Vorsitzende DAV Wetzlar), Wolfram Dette (Oberbürgermeister Wetzlars), Hermann Klaus (Referatsleiter Sportstättenbau im hess. Innen- und Sportministerium), Helmut Lattermann (Bürgermeister Wetzlar), Klaus Füner (Architekt, Wetzlar)



Baufortschritt am 9.11.08















